MTT

Milicias de Tropas Territoriales (MTT)

Milizen der Territorialtruppen – Territorial Troops Militia

 

Allgemein:

Logo MNR (Bild: Manuel Leyva/Cuba Militaria)

Logo MNR (Bild: Manuel Leyva/Cuba Militaria)

Die kubanischen Milizen wurden offiziell am 26. Oktober 1959 als Milicias Nacionales Revolucionarias (MNR) gegründet. Organisiert waren die MNR in Arbeiter-, Bauern- und Studentenmilizen. Grund für die Aufstellung dieser paramilitärischen Struktur waren die vermehrten Angriffe und Sabotageakte auf zivile Einrichtungen durch exilkubanische Gruppierungen, die von den USA unterstützt wurden. Bereits im März 1960 zählte die MNR mehr als 500.000 Milizionäre. Noch zu Beginn der 1960er Jahre wurde die bisherige Struktur geändert. Die MNR bestand nun aus sog. Kampfbataillonen, die flächendeckender (territorial) agieren sollte. Ihren ersten wirklichen Kampfeinsatz hatte die MNR bei der Bekämpfung konterrevolutionärer Kräfte zwischen Januar und März 1960 im Escambray-Gebirge. Dabei wurden 80 Milizbataillone sowie reguläre Militäreinheiten eingesetzt. Diese Auseinandersetzung endete mit einem Sieg der revolutionären Kräfte.

Milizionäre während der Invasion in der Schweinebucht (Bild: ecured.cu)

Milizionäre während der Invasion in der Schweinebucht (Bild: ecured.cu)

Auch während der Invasion in der Schweinebucht am 17. bis 19. April 1961 wurden mehrere Milizbataillone eingesetzt. Auch dieser Kampfeinsatz endete zugunsten der revolutionären Regierung.

Im Jahr 1980 erfolgten eine weitere Umstrukturierung sowie ein massiver Ausbau der bisherigen MNR. Auslöser dafür war die neue und aggressivere Kuba-Politik seitens der Reagan-Regierung. Mit dem Umbau erhielt die Miliz auch einen neuen Namen: Milicias de Tropas Territioriales (MTT), die bis heute existieren. Die MTT umfasste in den 1980er Jahren ca. 3 Millionen Milizionäre. Heutzutage sind es noch ca. 1 Million, die Hälfte davon Frauen.

(Quelle: ecured.cu 1 und 2)

Struktur:

Waren die Milizen zu Beginn ihrer Gründung noch sehr lokal organisiert (Schutz von zivilen Einrichtungen), änderte sich das spätestens mit den größeren Kampfaktionen antikubanischer Kräfte zu Beginn der 1960er Jahre. Seitdem diente die Miliz nun als weitere Säule der Landesverteidigung. Entsprechend wurde sie umstrukturiert und militärischen Strukturen angeglichen.

Organisiert sind die MTT in Divisionen, Regimentern, Bataillonen und unabhängigen Kompanien. Zudem existieren Sonderformationen.

Bewaffnet ist sind MTT mit Infanterie-, Artillerie- sowie Luftverteidigungswaffen.

Finanziert werden die MTT aus Teilen des Verteidigungshaushaltes, sowie aus freiwilligen Spenden aus der Bevölkerung und Betrieben. Seit 1981 wurden etwa 540 Millionen Pesos allein durch Spenden zusammengetragen.

(Quellen: cubagob.cu und ecured.cu)

Uniformen:

Die kubanischen Milizen tragen seit ihrer Gründung eine Uniform, bestehend aus einer olivgrünen Baskenmütze, einem saphirblauen Hemd, sowie einer olivgrünen Hose. Seit 1981 wird zudem zwischen einer Tages- sowie Felduniform unterschieden.

Tagesuniform:

Diese besteht für Offiziere, Unteroffiziere, Feldwebel und Soldaten aus:

  • einer olivgrünen Baskenmütze,
  • einem saphirblauen Hemd mit roten Kragenspiegeln, auf denen jeweils ein goldenes MTT-Metallemblem befestigt ist,
  • einem MTT-Aufnäher am linken Hemdärmeln (70 mm unter der Ärmelnaht),
  • olivgrüne Stoffschulterschlaufen mit goldfarbenen Metallauflagen (ab Unteroffizier) oder gelben Buchstaben „MTT“ (Soldat bis Erster Feldwebel),
  • einem olivgrünen Stoffgürtel (befestigt an der Hose),
  • einer olivgrünen Hose,
  • einem Ledergürtel mit Schulterriemen für Offiziere,
  • einem Ledergürtel mit Y-Riemen für Soldaten und Unteroffiziere,
  • 21 cm hohe, schwarze Schnürstiefel (bei Frauen 14 cm hoch).

Felduniform:

Diese besteht für Offiziere, Unteroffiziere, Feldwebel und Soldaten aus:

  • einer olivgrünen Baskenmütze,
  • einem saphirblauen Hemd mit roten Kragenspiegeln, auf denen jeweils ein olivfarbenes MTT-Metallemblem befestigt ist,
  • einem MTT-Aufnäher am linken Hemdärmeln (70 mm unter der Ärmelnaht),
  • olivgrüne Stoffschulterschlaufen mit olivfarbenen Metallauflagen (ab Unteroffizier) oder gelben Buchstaben „MTT“ (Soldat bis Erster Feldwebel),
  • einem olivgrünen Stoffgürtel (befestigt an der Hose),
  • einer olivgrünen Hose,
  • einem Ledergürtel mit Schulterriemen für Offiziere,
  • einem Ledergürtel mit Y-Riemen für Soldaten und Unteroffiziere,
  • 21 cm hohe, schwarze Schnürstiefel (bei Frauen 14 cm hoch).
Quelle: Ministerio de las Fuerzas Armadas Revolucionarias: Manual básico del Miliciano de Tropas Territoriales, Ciudad de la Habana, 1981.

Seit etwa 2-3 Jahren gibt es neue Felduniformen, die aus einer olivgrünen Feldmütze, einem beigefarbenen Hemd sowie einer olivgrünen Hose bestehen.

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Die neuen Felduniformen. (Bild: Yaima García Vizcaíno/bohemia.cu)

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Die klassische Milizuniform. (Bild: cubadefensa.cu)

 

Uniform – Major – 1980er/früher 1990er Jahre
uniform – Major – 1980s/early 1990s

Das vorliegende Hemd habe ich dieses Jahr während meines Kuba-Aufenthaltes erstehen können. Das saphierblaue Hemd trägt das MTT-Logo der Provinz Santiago de Cuba. Es handelt sich hierbei um ein älteres Hemdmodell, da heutige Hemden einen etwas feineren Stoff aufweisen. Zudem werden heute einheitliche MTT-Aufnäher verwendet. Diese tragen die Umschrift „M.T.T. Cuba“. Dennoch bleiben die älteren Aufnäher mit der Bezeichnung der jeweiligen Provinz in Gebrauch. Zudem sind die neuen Kragenspiegel aus Metall (ähnlich wie die der Roten Armee). Die hier aufgeschlauften Major-Schulterschlaufen stammen aus den 80er Jahren, da diese sich noch in der Gestaltung der alten sowjetischen Dienstgrade orientieren. Diese wurden ab 1988 durch das aktuelle Dienstgradsystem nach und nach ersetzt. Sie dürften aber wohl bis in die erste Hälfte der 1990er Jahre getragen worden sein. Da der Metallstern olivfarben ist, handelt es sich hierbei um Schulterschlaufen für die Felduniform. Zu Vergleichszwecken wurden außerdem die einfachen Schulterschlaufen eines Milizionärs aufgeschlauft. Die Hose stammt ebenfalls aus den 1980er Jahren und ist dasselbe Modell wie bei den Streitkräften. Sie besitzt lediglich zwei einfache Einschubtaschen, sowie zwei Gesäßtaschen. Eine davon kann per Knopf verschlossen werden, die andere nicht. Verschlossen wird die Hose mit vier olivfarbenen Knöpfen. Zudem gibt es Schlaufen zur Aufnahme eines Gürtels. In den Beinenden sind Gummibänder vernäht, sodass diese enger an den Enden sind.

 

Uniform – Milizionär – seit ca. 2010
uniform – militiaman – since 2010s

Dieses Hemd stellt die aktuellste Variante dar. Sie dürfte ab ca. den 2010er Jahren eingeführt worden sein. Diese Hemden unterscheiden sich in ihrem Schnitt kaum von älteren Modellen. Auffallend sind die schwarzen Knöpfe, welche u. a. auch bei der Polizei wiederzufinden sind. Auch der verwandte Stoff unterscheidet sich von seinen Vorgängern. Dieser ist feiner und etwas schwerer. Die Färbung wirkt auch etwas dunkler als noch bei den Vorgängermodellen. Wichtigste Unterschiede sind allerdings die Schulterschlaufen, welche ebenfalls, wie bei den restlichen Streitkräften, gummierte Aufdrucke aufweisen. Die Kragenspiegel bestehen aus vergoldetem Metall und roter Auflagen. Es handelt sich hierbei um dieselben Modelle, wie sie schon auf sowjetischen und kubanischen Offiziersuniformen der 1980er Jahre verwendet wurden. Als Kragenspiegelauflage dient das Logo der MTT, welches einen Eichenlaubkranz zeigt, in dessen Mitte ein großes Dreieck positioniert ist. Dieses ist wiederum in vier kleinere Dreiecke unterteilt; das mittlere ist rot koloriert und trägt einen goldenen Stern. Dieses Dreieck mit Stern trugen schon die kubanischen Unabhängigkeitskämpfer (span. Mambises) des 19. Jahrhunderts auf ihren Hüten. Unterlegt ist das große Dreieck mit mit einer Machete und einem Gewehr. Bei dem MTT-Aufnäher handelt es sich um die neuste Variante, welches als Umschrift nun „MTT Cuba“ trägt, statt der einzelnen Provinzen. Dennoch werden immer wieder diese Hemden mit den alten Aufnähern gesichtet.

 

Die abgebildete Hose entspricht dem aktuellen Modell der Streitkräfte. Typisch für diese Hosen sind die beiden Einschubtaschen sowe die beiden großen Oberschenkeltaschen. Auf der Rückseite befinden sich weitere zwei Gesäßtaschen. Oberschenkel- und Gesäßtaschen besitzen verdeckte Knopfleisten. Des Weiteren verfügen die Hosen über Knieverstärkungen in quadratischer Form. Diese Hosen werden über den Stiefeln getragen. In 80er Jahren besaßen die Hosen an den Beinenden eingearbeitete Gummibänder, sodass diese als Überfallhosen über den Stiefeln getragen wurden. Zudem verfügten diese Modelle noch nicht über Oberschenkeltaschen.

 

Der vorliegende Gürtel wird direkt an der Hose getragen. Erst darauf kommt der Koppel mit Trinkflasche, Magazintasche und anderen Ausrüstungsgegenständen. Das abgebildete Modell wird mindestens seit den 1980er Jahren verwendet.

 

Auch wenn die Dienstvorschrift bzw. das Handbuch für Milizionäre von olivgrünen Baskenmützen spricht, sieht die Realität anders aus, wie die folgenden Bilder zeigen. Einzig auf der Militärparade 2009 in Havanna konnten olivfarbene Kopfbedeckungen bei den Milizen beobachtet werden.

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